Sr. M. Martina Schnatterbeck von der Hl. Barbara

28. März 1931 – 18. Juli 2026

Maria Schnatterbeck wurde am 28. März 1931 in Baranja Kisfalud, ehemaliges Jugoslawien, geboren. Ihre Eltern, Adam und Katharina Schnatterbeck, geb. Emling, waren Bauern. Maria hatte einen Bruder. Die Volksschule besuchte sie in Kisfalud bis zur 9. Klasse. Im Jahr 1944 wurde die Familie von der Front evakuiert und kam in die Steiermark. Dort blieben sie drei Monate, dann ging es weiter nach Schlesien. Es folgten noch viele Stationen bis zum Kriegsende 1945 – ein rastloses Flüchtlingsschicksal, wie es damals viele Tausende erlebten. Nach Kriegsende versuchten sie wieder in ihre Heimat nach Jugoslawien zu gelangen. Sie kamen aber nicht durch, da sie in Ungarn gefangen genommen und eingesperrt wurden.

Maria schreibt in ihrem Lebenslauf: „Wir waren dem Hungertode nahe, als man uns völlig ausgeplündert nach Österreich ablieferte. Da zu dieser Zeit Österreich überschwemmt war von Heimatvertriebenen und das Land ja selbst völlig ruiniert vom Krieg war, so wanderten wir noch viele Landstriche ab, bis wir dann im Jahre 1947 eine zweite Heimat in Gerhaus – Niederösterreich, fanden. Wir wurden auf einem Gutshof als Landarbeiter aufgenommen. Ich arbeitete dort 14 Jahre, wurde dann lungenkrank und musste zwei Jahre unterbrechen. In einer Lungenheilstätte wurde ich wieder völlig ausgeheilt.“

Anschließend wechselte sie ihre Arbeit und wurde Haushälterin bei zwei alten Damen in Bruck/Leitha. Die beiden Frauen waren Patientinnen von Sr. M. Oswina Öttl SSM. Jeden Tag kam Sr. Oswina zu ihnen und so konnte Maria Schnatterbeck die Kongregation der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter kennenlernen. Nach dem Tod dieser beiden Frauen trat sie am 14. April 1967 bei den Schwestern der Schmerzhaften Mutter in Wien Simmering ein.

Nach dem Postulat wurde sie am 6. Jänner 1968 eingekleidet. Dabei wählte sie den Namen Maria Martina von der hl. Barbara. Ihre ersten Gelübde legte sie am 12. August 1970 in Wien ab, am 11. August 1976 feierte sie die Ewige Profess, im September 1995 ihr Silbernes und am 20. September 2020 ihr Goldenes Professjubiläum. Ihr Dienst im Orden war zunächst in der Küche und im Haushalt. Danach war sie in der Filiale Höfleinerstraße in Bruck/Leitha als Kindergartenhelferin tätig. Sr. Martina machte 1977 auch den Führerschein, um regelmäßig nach Wilfleinsdorf fahren und dort Kranke pflegen zu können.

Vom 1. April 1974 bis 28. Mai 1975 besuchte sie einen Kurs für Altenpflege. Anschließend arbeitete sie im Altenpflegeheim Himberg, bis das neu erbaute, ordenseigene Marienheim 1979/1980 eröffnet wurde. Dann übersiedelte sie in den Konvent des Marienheims, um dort auf der Pflegestation zu arbeiten.

Im Jahr 1986 wechselte sie in die Gemeinschaft der Schwestern in der Höfleinerstraße 16. Dort war sie von 1990 bis 1991 Lokalleiterin, arbeitete aber weiterhin auf der Pflegestation des Marienheims.

Als das Haus in der Höfleinerstraße 1994 verkauft wurde, übersiedelten alle Schwestern in den Konvent des Marienheims. Viele Jahre arbeitete Sr. Martina dort: zuerst in der Pflege, und später, als ihre Kräfte weniger wurden, teilte sie den Heimbewohner:innen am Vormittag Joghurt und Obst aus und half, wo es nötig war. Für einen Teil der Bewohner:innen räumte sie die gewaschene Wäsche in deren Kästen ein.

Sr. Martina war eine gute und empathische Zuhörerin. Durch ihr eigenes Flüchtlingsschicksal geprägt, hatte sie ein besonderes Gespür für Menschen in Leidsituationen. Sie liebte sehr die Natur, war an Biologie äußerst interessiert und verfolgte mit großer Wachheit und zunehmender Sorge die Zerstörung der Umwelt. Fast jeden Tag machte sie nach der Arbeit einen längeren Spaziergang. Sie war auch gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Sie war eine stille und fleißige Arbeiterin und Beterin: der Rosenkranz war ihr wichtig, und sie hat viele kleine Gebete auf Zettelchen geschrieben.

Für sie dürfen wir voll Vertrauen hoffen, dass sie die Zusage des Evangeliums jetzt persönlich erfährt: „Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!“ (Mt 25, 21)

Verfasst von Sr. Gudrun Schellner