19. Februar 1926 – 22. Mai 2026

Sr. Friedmunda wurde am 19. Februar 1926 in Deutschland in Wäldershub als Älteste von sieben Kindern geboren. Von ihrem 7. bis 14. Lebensjahr besuchte sie die Pflichtschule, anschließend ein halbes Jahr die Fortbildungsschule. Bis zu ihrem 22. Lebensjahr arbeitete sie im Haushalt der Eltern mit oder war bei anderen Verwandten tätig.
Mit 13 Jahren erkrankte Sr. Friedmunda schwer und wurde von einer evangelischen Krankenschwester gepflegt. Da kam in ihr der Wunsch auf, Krankenschwester zu werden und so kranken Menschen helfen zu können.
Mit 22 Jahren spürte Sr. Friedmunda einmal beim Beten vor dem Kreuz in ihrem Zimmer den Anruf Gottes. Sie fühlte sich gerufen, Jesus nachzufolgen und in einen Orden einzutreten. Es war so eindrücklich, dass Sr. Friedmunda ganz sicher war, dass Gott sie an den Platz führen werde, wo Er sie haben wolle.
Am 13. Dezember 1948 trat Sr. Friedmunda in Abenberg in unsere Gemeinschaft ein. Am 12. August 1949 wurde sie eingekleidet und erhielt den Namen Sr. M. Friedmunda vom hl. Kreuz. Das erste Jahr ihres Noviziates verbrachte sie in Abenberg, das zweite Jahr als Helferin im Krankenhaus Schwabach.
Am 12. August 1951 feierte sie in Abenberg ihre 1. Profess. Sie absolvierte im Krankenhaus Abenberg einen zweijährigen Krankenpflegekurs. Der Kurs hat ihr sehr gefallen und sie hätte gern noch mehr gelernt.
Von 1953–1955 war sie in der Filiale Friesen als ambulante Krankenschwester tätig.
Am 12. August 1956 legte sie in Wien ihre ewigen Gelübde ab. Am 11. August 1976 feierte sie in Wien ihr 25.-jähriges Professjubiläum, am 16. September 2001 ihr goldenes Professjubiläum und am 18. September 2011 ihr diamantenes Professjubiläum in Bruck an der Leitha.
Im März 1955 kam Sr. Friedmunda in die österreichische Provinz – nach Wilhelmsburg. Dort war sie im ambulanten Pflegebereich Krankenschwester und auch als Mesnerin tätig.
Als im Jahr 1979 die Filiale in Wilhelmsburg geschlossen wurde, führte ihr Weg nach Bruck an der Leitha ins Marienheim. 18 Jahre war sie verantwortlich für die Betreuung und Pflege der Bewohnerinnen und Bewohner im 1. Stock.
Ein einschneidendes Ereignis war der Fahrradsturz im Herbst 2014, wo sie sich den linken Knöchel brach. Mit ihrem unermüdlichen Willen, mit eiserner Disziplin und mit viel Geduld hat Sr. Friedmunda in kleinen Schritten wieder gehen gelernt und konnte zwei Jahre nach dem Unfall wieder ohne Rollator gehen.
Doch es kamen noch andere gesundheitliche Probleme hinzu, sodass Sr. Friedmunda am 24. September 2018 – nach einem Krankenhausaufenthalt – in die Pflegebetreuung wechselte, in den 1. Stock des Marienheims, der ihr durch ihre jahrelange Tätigkeit von der anderen Seite her schon sehr vertraut war.
Ihre Grundhaltung war ihr Leben lang: annehmen, was kommt, weil Gott weise führt. Ein Spruch des Hl. Augustinus hat sie begleitet: „Aus Gottes Hand empfing ich mein Leben, unter Gottes Hand gestaltete ich mein Leben, in Gottes Hand gebe ich mein Leben zurück.“
Ihr Lebensmotto war: Wissen um die Gegenwart Gottes und dadurch den Menschen dienen. Allein kann ich ja gar nichts.
Ihre Lieblingsbibelstelle war: Gott, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe. (Joh 21) Werte, die ihr Leben bestimmt und getragen haben waren Einfachheit, Zufriedenheit, Gemeinschaftssinn, Dialog, annehmen und loslassen können, eine große Unkompliziertheit und eine tiefe Dankbarkeit für jede Kleinigkeit – vor allem in den letzten Jahren. Sie liebte die Natur in ihrer Schönheit und hatte viel Freude am Singen. Sie sagte immer wieder: „Wir vergessen oft das Schöne, wenn wir schwierige Zeiten haben.“ Entscheidend war für sie die Freude am Leben, das gute Beispiel und das stete Bemühen.
Auf die Frage, was sie gerne nochmals machen würde, antwortete sie: „Ins Kloster eintreten und irgendetwas lernen – eine Ausbildung machen; Ich war so lernhungrig. Ich habe alle beneidet, die in die Schule gegangen sind. Ich wollte auch gerne ein Musikinstrument lernen und habe so gerne gesungen. Bei mir war es nicht möglich. Meine drei Jahre jüngere Schwester hat dann Harmonium gelernt und in der Kirche die kleine Orgel gespielt und ich durfte umblättern.
Beim Eintreten habe ich geglaubt, ich bin im Himmel. Später habe ich auch anderes gemerkt. Ich wollte so gerne die Krankenpflegeausbildung abschließen, durfte aber nicht. Ursprünglich sollte ich Handarbeitslehrerin werden, dann aber sagte Sr. Editha: „Die muss unter die Leute.“ – Damit hatte sie absolut recht.“
Sr. Friedmunda hatte keine Angst vor dem Sterben, weil sie wusste, wohin sie geht und was ihr Ziele ist.
Am 22. Mai 2026 in der Früh ist sie im 101. Lebensjahr zu ihrem Schöpfer heimgekehrt, und am 2. Juni 2026 um 15.00 Uhr wurde ihr zarter, zerbrechlicher sterblicher Leib am städtischen Friedhof in Bruck / Leitha zur Ruhe gebettet.
Im Namen von Sr. Friedmunda steckt das Wort „Friede“ drinnen und diesen Frieden hat sie auch ausgestrahlt! Möge sie nun den himmlischen Frieden genießen, nachdem sie sich in den letzten Jahren so sehr gesehnt hat.
Verfasst von Sr. Gudrun Schellner
