Meine Lieben,
heute, am 16. Februar, dem Tag, an dem wir die Gründung der Kongregation SSM feiern und an die Ankunft von Mutter Franziska in Rom im Jahr 1883 erinnern, beginnen wir unseren Weg der Reflexion über ihre Tugenden.
Die Tugend ist eine gewohnheitsmäßige Bereitschaft, in konkreten Handlungen Gutes zu tun, und hilft uns, in uns die gleichen Gefühle wie Jesus zu entwickeln, ein Herz, das liebt.
Die Rückkehr zu den Ursprüngen unserer Geschichte ist also kein Museumsbesuch, bei dem wir schöne Dinge sehen können, die aber nicht mehr lebendig sind. Die Rückkehr zu den Ursprüngen bedeutet vielmehr, aus der Kraft der Quelle zu schöpfen, die die Reise von Mutter Franziska getragen hat, damit auch wir weiterhin Unterstützung und Licht für unser Leben und unsere Sendung erhalten können, wie die persönlichen Betrachtungen zeigen, die viele von euch geteilt haben.
Ich möchte unsere Reise mit den Worten beginnen, die Papst Franziskus in der Weihnachtsnacht bei der Öffnung der Heiligen Pforte gesprochen hat.
„Dies, Schwestern und Brüder, ist unsere Hoffnung. Gott ist der Immanuel, er ist der Gott-mit-uns. Der unendlich Große hat sich klein gemacht; das göttliche Licht ist in der Dunkelheit der Welt aufgeleuchtet; die Herrlichkeit des Himmels ist auf der Erde erschienen … Möge uns allen die Gabe und Verpflichtung zuteilwerden, die Hoffnung dorthin zu bringen, wo sie verloren gegangen ist: dorthin, wo das Leben verwundet ist, wo Erwartungen enttäuscht wurden, wo Träume zerstört worden sind, wo Misserfolge Herzen gebrochen haben; in die Erschöpfung derer, die es nicht mehr schaffen, in die bittere Einsamkeit derer, die sich besiegt fühlen, in das Leiden, das die Seele zermürbt; in die langen und leeren Tage der Gefangenen, in die engen und kalten Zimmer der Armen, an die Orte, die von Krieg und Gewalt geschändet sind. Dorthin ist Hoffnung zu bringen, dort ist Hoffnung auszusäen. … Schwester, Bruder, für dich öffnet sich in dieser Nacht die „heilige Pforte“ des Herzens Gottes. Jesus, der Gott-mit-uns, wird für dich, für mich, für uns, für jeden Mann und jede Frau geboren. Und weißt du, mit ihm erblüht die Freude, mit ihm verändert sich das Leben, mit ihm enttäuscht die Hoffnung nicht.“
Lasst uns gemeinsam gehen, Hoffnungsträgerinnen, wo wir leben und lieben, begleitet vom Beispiel der ehrwürdigen Mutter Franziska.
Sr. Samuela Maria Rigon
Generaloberin

